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Hochwasser im Kinderzimmer (vor 5 Jahren)

Vor 5 Jahren veröffentlichte ich am 15.07.2021 diesen Post (siehe unten). Fünf Jahre ist die Flutkatastrophe nun her. Die Bilder bleiben: ein Ford Fiesta durch die Frontscheibe aufgespiesst auf einer Strassenlaterne, Autos zu Ballen zusammengewürfelt am Ende einer Strasse, Kühlschränke, die, durch die Gegend geschwemmt, überall schief und zerbeult wie weisse Grabsteine aus dem Schlamm herausragen. Überhaupt: Eine Schlammdecke, die Alles unter sich begraben hat – Strassen, Bürgersteige, Vorgärten und auch Häuser, den Ort unkenntlich macht und einen selbst orientierungslos; eine feuchte, stinkende braun-graue Mondlandschaft durch die Menschen mit Schaufeln, Spitzhacken und Schubkarren laufen wie durch ein reißerisch zerstörtes Flussbett. Tagelanges Schlamm-Schippen und Trümmer wegräumen. Zusammengekarrte Müllberge so groß wie Häuser. Die Krankenhäuser voller Verletzter. Abends müde auf die Schaufeln gestützt ums Lagerfeuer zusammenstehen. Schicksal macht Gemeinschaft. Das tat gut, das Miteinander und Füreinander zu sehen und zu fühlen, trotz Chaos, Erschöpfung und auch Leid. Sobald die Schlammdecke in der Sommerhitze trocknete, wälzten und wanden sich wieder erste Autokolonnen durch die Schlamm-Wüste ohne Strassen, ihre Scheinwerfer – an am hellichten Tag – leuchteten schmutzig-gelb durch den von ihnen aufgewirbelten Staub. Da war sie wieder, dachte ich. Kaum war Alles weggeschwemmt und unter Dreck begraben, war das erste Zeichen von Zivilisation schon direkt wieder ihre Bedrohung und Beherrrscherin: Mit fahlen Augen schlängelte sich die Autoschlange durch den schmutzig-heißen Staub ihres eigenen Zerstörungswerks. Ein post-apokalyptisches Bild. Mad Max jenseits der Donnerkuppel. “Das war schlimmer als der Krieg!”, sagen die Alten. “Das war eine Jahrhundert-Flut! Die kommt nicht wieder!”, sagen sich die Jungen. Aber seitdem, immer wenn es sehr stark regnet, schauen die Menschen besorgt aus dem Fenster oder laufen in den Garten, um zu sehen, wie hoch das Wasser im Fluss ist. Die Menschen, die aus dem Leben gerissen wurden, fehlen ihren Liebsten und Freunden für den Rest des Lebens, die Schäden sind heute immer noch allgegenwärtig, die Kommune hat sich bis heute nicht erholt – seelisch nicht, und in ihrem Wohlstand auch nicht.

Post vom 15.07.2021:

Diese Bilder schickte mein Sohn gestern aus Kall in der Eifel. Am Abend wurde meine Familie dort überschwemmt. Nach all meinen Klima-Posts betrifft die #Klimakrise mich nun persönlich. Und persönlich wird sie für jede(n) von uns, wenn wir „weiter so“-Politik machen. #Hochwasser

Kall, Eifel am 14. Juli 2021
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Flugtaxi, Teil 2

Angesichts des Schrecklichen, was in Deutschland gestern an Überflutungen passiert ist, muß man besonders auf die Inhalte der Wahlprogramme schauen, denn dort könnte Hoffnung liegen für eine bessere Zukunft.

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Hochwasser im Kinderzimmer

Diese Bilder schickte mein Sohn gestern aus Kall in der Eifel. Am Abend wurde meine Familie dort überschwemmt. Nach all meinen Klima-Posts betrifft die #Klimakrise mich nun persönlich. Und persönlich wird sie für jede(n) von uns, wenn wir „weiter so“-Politik machen. #Hochwasser

Kall, Eifel am 14. Juli 2021