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Gedanken & Gedichte

SiliconSchlachthof

Überlegungen zur “künstlichen Intelligenz”, Notizbucheintrag vom 11.08.2023

(Heute während dem Wohnungsputzen eine Radiosendung im “DLF” über KI gehört, dann im Café Bruno Latour gelesen, wieder über K.I. nachgedacht, und von Latour’s Reden über Heideggers Probleme mit der Moderne zu folgendem Gedanken gekommen:)

Chat-GPT & Co. sind Epigonen,
die Alles vergessen haben,
was nach ihrer Geburt passiert ist.
Sie sind daher weder seiend noch intelligent,
ja, sie sind nicht einmal verlässliche Aufschreibesysteme, wie vorherige Medientechnologien es waren.
Tatsächlich sind sie rückwärts gewandte Abschreibesysteme,
Postum-Parser, fernab jeglicher Autopoiesis, die nur existieren, weil alle menschliche (Geistes-) Arbeit digitalisiert wurde und nun in ihrer globalen Gesamtheit von digitalen Kapitalisten geklaut und als seelenloses Datenfleisch weiterverwurstet wird.

Der einzige Unterschied zur amerikanischen Fleischindustrie im Chicago des 19. Jahrhunderts besteht darin, dass wir es nun sind, die als industrielles Massengut am Haken unserer Smartphones aufgehangen übers Fließband Internet baumeln, angestochen werden und unser Seelenleben und geistiges Leben ausgeweidet und zu Wurst verarbeitet wird.

Es gibt noch einen Unterschied:
Die armen Schweine in den Union Stock Yards waren das Futter für uns Menschen.
Aber für wen sind wir nun das Futter?

Für uns selbst.

Die Wurstmasse wird in die Menschenhaut der Sprache eingenäht, damit wir sie als eine der unseren zu erkennen glauben, als ein scheinbar intelligentes Produkt, das wir armen Schweine verehren und verzehren wollen.

Dabei ist es unser eigen Fleisch und Blut, was uns da an uns weiterverkauft wird, ohne dass wir auch nur eine einzige Träne darüber verlieren.
Die Schweine in den Chicagoer Schlachthallen haben geschrien und geweint.
Die Transzendenz der Trainingsdaten hingegen trennt uns von unserem eigenen Seelenfleisch. Weil wir es nicht wiedererkennen, weinen wir nicht.

Auf unser eigenes Seelenleben und unser Geistesleben konnten wir uns verlassen.
Der nun daraus vermasst hergestellten Wurstmasse allerdings können wir beim Kauen nicht trauen.
Was also ist der Vorteil für uns Menschen?

Die Digitalindustrie geht den Weg der Lebensmittelindustrie.
Das kapitalistische System selbst bleibt dabei unverändert:

Haken, Fließband, Mixer.

Auch der Kapital-Fehler des Kapitalismus bleibt derselbe, er wird durch die Miniaturisierung, Beschleunigung und Verarbeitung der Computertechnologie nur zur Unkenntlichkeit hochskaliert:

Alles auf der Welt ist ein geschlossenes System,
ein Kreislauf, dessen Stoffströme wieder zum Ursprung zurückfliessen und diesen verändern werden.

Die Lebensmittelindustrie hat am Ende ihre Nahrungsquellen vergiftet.

Die Digitalindustrie wird unsere Geistesquellen vergiften.

Also uns selbst.

Oder die Digitaltechnologie wird endlich wirklich intelligent.

Aber eine Turing-Maschine ist eine Turing-Maschine:

Sie liest (ein) und schreibt (um).
Sie verwurstet Information.
Sie ist eine Wurstmaschine.

Come on
Oh baby don’t you wanna go
Come on
Oh baby don’t you wanna go
Back to that same old place
Sweet home Chicago

The Blues Brothers

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Drawings

From Holoscene to Holodeck

2023: The global average daily temperature of the world reaches its hottest record in human history for the very first time.

also 2023: The most innovate tech company in the world presents a VR-headset that is able to blend out reality very smoothly spanning the Reality–Virtuality Continuum for the very first time .

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News

no_country_nor_road

Als ich dieses Buch endlich erschöpft zur Seite legen konnte, dauerte der Fieberwahn, mit dem ich es gelesen hatte, an. Ich erinnere mich gut: Zwei Wochen ging es mir schlecht, ich wollte nie wieder von der Couch aufstehen. Heute hat Cormac McCarthy die Straße verlassen und läßt uns von nun an alleine weitergehen. Er hat uns nie gesagt, was der Grund für das Grauen war. Wir gehen weiter die Straße entlang, und mit jedem Schritt, den wir unsere Einkaufswagen weiterschubsen, fürchten wir uns, uns der Antwort zu nähern.

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Events

Schule der Zukunft?

Wenn die Digitalisierung von Bildung in D. so aussieht, dass meine Kinder jetzt .pdf-Dokumente auf dem iPad lesen, statt im Schulbuch, dann ist die Lernkurve für Neues Lernen im 21.Jhr. seit Anfang 2000 äußerst schwach: Bereits damals gab es im Zuge der Verbreitung von Internet und Multimedia-tauglichen Computern eine hoffnungsfrohe erste Welle der „Digitalisierung der Bildung“: In der EU-Forschung wurde massiv „eLearning“-Technologie entwickelt, in den Kinderzimmern aber regierte die Herrschaft von EA und Ubisoft, die die Herzen und Aufmerksamkeit unserer Kinder bis heute erobern. eLearning hingegen machte den Kapital-Fehler, den der Medientheoretiker Marshall McLuhan schon in den 1960ern beschrieb: Wir schauen bei der Ankunft eines neues Mediums (Computer/Internet) das neue Medium immer durch den Rückspiegel der alten Medien und deren bisherige Nutzungsformen an: Was haben wir also getan? Wir haben das Wesen des Computers – die Simulation in einem „externalisierten Nervensystem“ (so nannte McLuhan Computer) – genutzt, um damit die alten Formen des Lernens und Lehrens zu simulieren (die Tafel wird jetzt zur Powerpoint, das Schulbuch zur PDF, der Videoplayer wird zum Online-Video), statt mit Simulation – das eigentliche Wesen des Computers – neue Formen des Lernens zu entwickeln. Diese neue Form des Lernens haben zwei Akteure unserer Gesellschaft verstanden und prosperieren dadurch: 1. Die Gemeinschaft der Wissenschaftler:innen, die die Computersimulation inzwischen als Erkenntnis-Instrument Numero Uno benutzen, und 2. die Computerspielindustrie, die mit ihren Lernerfahrungen (aka „Computerspiele“) so erfolgreich sind, dass sie alle anderen Formen von Entertainment überholt haben. (Oder um nochmal McLuhan zu zitieren: „Wer denkt, dass Unterhaltung und Bildung nichts miteinander zu tun haben, hat weder das eine noch das andere verstanden.“)

www.linkedin.com/posts/achim-beule-b9a921a0_schule-bildung-veraeunderung-activity-7062905956157796352-34R_

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Events

Klimapuzzle

Alle Karten sind auf dem Tisch! Das Klimapuzzle vermittelt wissenschaftlich basiertes Systemwissen über den Klimawandel, sowie seine Ursachen und Konsequenzen für uns Menschen. Die Spieler:innen entdecken mit dem Kartenspiel, welches Spiel wir mit der Erde spielen. Am Montagnachmittag haben meine Kollegin Prof. Anja Grunwald und ich an unserer Hochschule unseren ersten Klimapuzzle-Workshop mit 16 Studierenden an zwei Spieltischen veranstaltet. Mit meiner Ausbildung zum Klimapuzzle-Spielleiter wollte ich als Serious Game-Designer herausfinden, ob man sich komplexes systemisches Wissen auch einfach mit analogem Kartenlegen erspielen kann, statt mit digitalen Serious Games. Und es funktioniert! Der Erkenntnisgewinn bei den Spieler:innen ist nicht nur systemisch, sondern am Ende auch so emotional in seiner Wirkung, dass im Debriefing die eigenen Gefühle, Auswege und persönlichen Lösungen von den Teilnehmer:innen diskutiert werden. So setzen die Spieler:innen ihrer Beklemmung und Ohnmacht angesichts der vermittelten Faktenlage Hoffnung entgegen und erleben im Gespräch, nicht alleine mit dem Wissen um die bedrohlichen Zustände zu sein. Die gemeinsame Erarbeitung eines komplexen Gesamtsystems und der dabei entstehende Erkenntnisgewinn in der Gruppe entwickelt sich im Dialog, durch kollektive Intelligenz und Zusammenarbeit. Beeindruckende Game Features des Klimapuzzles, die ich gerne in die Spielwelten von digitalen Multiplayer-Games übertragen möchte.

Spieltisch eines Klimapuzzles
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Beobachtungen

Schutzraum

Vorgestern Nacht laufe ich an der russischen Botschaft unter den Linden in Berlin vorbei. Es ist sehr still, ich wechsle die Strassenseite: Absperrungen schaffen einen Schutzraum für die Regierungsvertretung Russlands. Ein Schutzraum für eine Regierung, die seit einem Jahr Raketen in die Schlafzimmer von Menschen feuert, um sie dort schutzlos im Schlaf zu töten. Ich bleibe wütend davor stehen, doch dann denke ich: Diese Absperrungen zum Schutz der Botschaft sind wichtig. Sie sind ein Zeichen von Zivilisation.

18. Februar 2023, nachts vor der Russischen Botschaft unter den Linden in Berlin.
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Events

The future is past now.

Fifty years ago, in 1973, the SCI-FI movie “Solyent Green” showed our parents a dystopian vision of the future – a future which had failed to reach the promised land of endless growth & eternal progress. The movie showed the brutal cutting of the narrative thread that had been unfolded for us in the maze of the modern era ever since. Now, fifty years later, we know that this thread had been cut somewhere in the late 70s. We know that the promise of progress & prosperity that was made to our parents has been broken. We know now that this promise even never was valid. We know that we have lost our way. But we and our parents keep on following the lose end of the thread and by doing so we stole our future and the future of our children. We thought we would be on a line of progression, on the fast lane of progress in modern times. But we were going nowhere. We were going in circles all the time – and today, today we are arriving in 1973.

1973: “Soylent Green” shows us the future.
2023: RWE Energy delivers on time.

Same Energy: Riot control in Soylent Green and RWE Energy in Lützerath.

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Drawings

Nature / Culture extinction

Ich liebe die Kunst, Menschen & die Natur. Ihr auch, #JustStopOil. Deswegen macht ihr das. Van Gogh wäre stolz auf euch & würde sich geehrt fühlen, wäre er Zeitgenosse. Wie er in seinen Bildern die Wirklichkeit mit anderen Augen sah, müssen wir heute sehen, dass die Wirklichkeit selbst gefährdet ist.

I love the arts, humans and nature. You, too, #JustStopOil. That‘s the reason why you did this. If #VanGogh would have lived in our times, he would have been proud of you and he would have felt honoured by you. He saw reality differently in his paintings, just like we have to see today, that reality itself is in danger.

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Beobachtungen

Exxon knows

Now they’re planning the crime of the century
Well, what will it be?
Read all about their schemes and adventuring
Yes, it’s well worth a fee.

Richard Davies / Roger Hodgson

ExxonMobil knows… – how the future of energy will really look like. Have a closer look to the future they are planning…to our future.

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Events

Fridays For Future

Am 23.09.2022 gingen über 2.600 PeopleNotProfit in Karlsruhe für unsere Zukunft auf die Straße.

Fridays For Future-Demonstration in Karlsruhe