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„Avatar: Fire and Ash“ (2025)


„Epistemic Entertainment“:

Hollywood’s Kolonialismus-, Kapitalismus-, und Konsum-Kritik im Wandel der Zeit


Wenn alle Menschen statt der Augen grüne Gläser hätten, so würden sie urtheilen müssen, die Gegenstände, welche sie dadurch erblicken, sind grün — und nie würden sie entscheiden können, ob ihr Auge ihnen die Dinge zeigt, wie sie sind, oder ob es nicht etwas zu ihnen hinzuthut, was nicht ihnen, sondern dem Auge gehört. So ist es mit dem Verstande. Wir können nicht entscheiden, ob das, was wir Wahrheit nennen, wahrhaft Wahrheit ist, oder ob es uns nur so scheint. Ist das letzte, so ist die Wahrheit, die wir hier sammeln, nach dem Tode nicht mehr — und alles Bestreben, ein Eigenthum sich zu erwerben, das uns auch in das Grab folgt, ist vergeblich.

( Heinrich Kleist 1801 in einem Brief an seine Verlobte Wilhelmine von Zenge, um ihr sein Verständnis von Kant’s Grenzen der Erkenntnis zu verbildlichen. )

Zeitgeist in Flammen – Erkenntnis-Abgrund in “Avatar: Fire & Ash” (2025) – Illustration (c) Daniel Schwarz 2026

Natürlich war Hollywood-Kino schon immer auch Erziehung, Bildung und kulturelle Werte-Vermittlung in Unterhaltung verpackt. Durch die „grünen Gläser“ einer fiktionalen Geschichte gesehen, ist die Realität immer eher verdaulich oder anschaulich als die direkte Konfrontation mit der eigenen Lebenswirklichkeit, in die man manchmal blind – unbewußt oder gewollt – hineinlebt. Der „Man in the Mirror“ soll lieber erstmal auf der Leinwand gespiegelt werden, bevor ich selbst in der Wirklichkeit in den Spiegel schaue und in meiner eigenen Story echten „Change“ starte. Und so wurden dem amerikanischen Volk – bei seiner guten, alten Erzähl-Tante Hollywood auf dem Schoss sitzend – schon immer die eigene Vergangenheit und Zukunft, Hoffnung und Verzweiflung, Schuld und Sühne, die eigenen Konflikte, der Lebensstil, die aktuellen Gesellschafts-Themen und der Umtrieb des jeweiligen Zeitgeists mithilfe von Filmen vermittelt.

Auch „Avatar – Fire & Ash“ bespielt die großen Zeitgeist-Themen und das (pop-)kulturelle Gedächtnis der Amerikaner:innen: Die Gewalt als Fundament der US-amerikanischen Geschichte und Kultur, Militarismus, Kolonialismus und Ausbeutung, der historische Genozid und die gewaltsame Landnahme durch die europäischen Siedler an der nativen  Bevölkerung Amerikas, Rassismus, Sklaverei, Industrialisierung, der technische Fortschritt, die massive Naturzerstörung des amerikanischen Kontinents, Fortschritt, die Große Beschleunigung, der Raubtier-Kapitalismus mit seinen globalen Industrie-, Finanz-, Militär- und Tech-Konzernen, der Raubbau an der Natur, der Exzess-Konsumismus, das Trauma des Vietnamkriegs („This is not Kansas anymore!“), die Klimakatastrophe, der globale Ökozid,  bis hin zur Polarisierung und Spaltung der amerikanischen Gesellschaft tief in die Familien hinein, dem Fortbestand von echtem Rassismus und falschem Nationalismus, die Bekriegung der Wissenschaften und der Aufstieg von Populisten.

In eine gute Geschichte verpackt lässt uns ein Film aus unserer eigenen Realität heraustreten und mit anderen Augen über sie nachdenken. Die Lust an Spekulation („Was wäre wenn?“) oder Vergleich („Das ist wie…“) ist der Teil in uns, der uns als sehr neugierige und nachdenkliche Wesen zu Menschen macht. Der Mensch lebt nicht vom Popcorn allein, und wer denkt, Bildung und Unterhaltung seien zwei verschiedene Dinge, habe weder das Eine noch das Andere verstanden – so Marshall McLuhan.

Viele Filme haben den Erkenntnis-Prozess selbst zum Thema ihres Storytellings gemacht, und das Science-Fiction-Genre als Alternativ-Welt genutzt, um über die Realität (und wie wir sie wahrnehmen) unbefangen und losgelöst, kritisch und konstruktiv – und vor allem: phantasievoll und unterhaltsam – berichten zu können : „Soylent Green“ (1973), „They live!“ (1988), „Matrix“ (1999) –  aber eben auch „Avatar“ (2009) sind dafür Beispiele.

Erkenntnis und Empathie wurden schon damals in den 80ern bei Carpenter’s „They live!“ als ein drängendes Verdrängungsproblem der modernen Kapitalismus- und Konsumgesellschaft thematisiert, aber beim aktuellen Film „Fire & Ash“ verbleiben modernen Geschichten-Erzählern wie James Cameron nur noch wenige Jahre, um einem großen Publikum in gute Unterhaltung verpackte Erkenntnis- und Empathie-Erziehung zu vermitteln – denn die Traumfabrik Hollywood lag selbst schon letzten Sommer ganz real in „Fire and Ash“: Das Drama in der echten Welt beginnt den Silverscreen des Storytellings anzuflämmen, und James Cameron selbst sagt, es sei jetzt schwierig geworden, heute noch Science-Fiction zu machen, da die dramatischen Entwicklungen in unserer Wirklichkeit die Science-Fiction seiner Tage überholen.

Von John Carpenter’s Hoffmann-Brillen in „They live!“ 1988 bis hin zum „I see you!“ in James Cameron’s „Avatar: Fire & Ash“ war es ein langer Entwicklungs-Weg, wie Erkenntnis-Prozesse und Empathie-Vermögen im Hollywood-Kino einem größeren Popcorn-Publikum dargestellt werden.

Geprügelt darum – um die Erkenntnis, ihre Verkündung und Verwirklichung – wird sich in den Filmen aber seit eh und je auf die selbe Art und Weise. Das blieb bisher immer gleich im Hollywood-Action-Kino fürs Großpublikum: Gewalt ist seit jeher und durchgehend ultima ratio, um gewonnene Erkenntnis dann schließlich auch durch- und umzusetzen: gewaltsam. Selbst die zartfühlendste, dem Leben liebevoll verbundene Philosophie-Erkenntnis – in „Avatar“ ist es die Gaia-Hypothese („Eywa“) – wird am Ende mit Faustschlägen und Panzerfäusten durchgesetzt. Der Protagonist in „They live!“ muß sich erst mit seinem Freund halb totschlagen, bis dieser sich endlich – sprichwörtlich niedergeschlagen – auch die Hoffmann-Brille aufsetzen läßt und endlich die Welt so sieht, wie sein Freund sie sieht. Mit der aufgezwungenen Brille auf der Nase durchläuft er dann den selben Erkenntnisprozess, und die beiden teilen schließlich wieder eine gemeinsame Weltsicht und können von da an gemeinsam gegen die erkannten Probleme und ihre Ursachen angehen. In „Avatar – Fire and Ash“ hingegen, wählt der Antagonist Colonel Miles Quaritch nach einer dramatischen Prügelei mit dem Protagonisten Jake Sullivan lieber den Freitod, statt die wahre Realität von Pandora zu erkennen und für sich anzuerkennen. Der symbolische Verweigerungs-Tod des Colonels inszeniert Cameron als Allegorie auf die aktuelle, bipolare Gesellschafts-Spaltung in den USA über die Deutungshoheit von Wirklichkeit, bzw. die Verweigerung von (wissenschaftlicher) Erkenntnis (durch die MAGA-Bewegung).

Der Einzige, der in diesem fortwährenden Kampf um Erkenntnis für seinen Erkenntnis-Prozess weder Brille, Prügelei noch Kuru braucht, ist der Biologe Ian Garvin in „Avatar – Fire and Ash“. Sein Erkennen der Realität beruht auf wissenschaftlicher Erkenntnis und liebevoller Empathie für das Leben und die Natur und sind sein Antrieb, den Ökozid der Menschen auf Pandora zu beenden. Nur widerwillig – und sichtlich überfordert davon – setzt er (defensive) Gewalt ein, um den gefangenen Jack Sullivan zu befreien. Cameron macht ihn zum heimlichen Helden von „Fire & Ash“ und setzt den Wissenschaften und ihrer inzwischen frustrierten – weil vom Rest der Menschen ignorierten – Erkenntnisarbeit in seinem jüngsten Werk ein ähnliches Denkmal wie Frank Herbert den „dry-land ecologists“ mit der Figur des Geologen Liet Kynes in „Dune“.


Nach der Erkenntnis – „Wir werden ausgebeutet!“ („Soylent Green“, „They live!“, „Matrix“), „Wir beuten aus!“ („Avatar“) – kommt in der Story dieser Filme die a posteriori Urteilsbildung und die daraus abgeleitete Handlungsmaxime der Held:innen: Was tun, nun, da man weiß, wie die Sache läuft und klar ist, was Ursache von Ausbeutung oder Ausrottung ist? Welche Haltung soll man zur entdeckten Wahrheit an- und einnehmen? Die Haltung nach der Erkenntnis ist sowohl in „Sie leben!“, als auch in „Avatar“ eine Opferbereitschaft des Erkennenden für die Offenlegung der entdeckten Wahrheit und ihre Verkündung: In „They live!“ opfert sich der Protagonist John Nada selbst und gibt sein Leben, um alle Menschen an der von ihm erkannten Wahrheit teilhaben zu lassen (er zerstört einen Alien-Sender, der die Wahrnehmung der Menschen mit einem Störsignal täuscht). Das passiert auch in „Soylent Green“ am Ende des Films in der Kirche, wenn Detective Thorn die schreckliche Wahrheit über „Soylent Green“ schwer verletzt von der Tragbahre aus den Menschen zuruft. In „Matrix“ führt das Opfer des Helden zu seiner Transformation in ein neues Wesen, das die beiden gegensätzlichen Welten – neuro-interaktive Simulation und postapokalyptische Wirklichkeit – auf einer neuen, mächtigeren Daseins-Ebene als Synthese integriert und das Potential hat, die Sklaverei der Menschen zu beenden. In „Avatar: Fire & Ash“ geht die Erkenntnis sogar soweit, daß es bei der resultierenden Handlungsmaxime fast zu einer biblischen Opfer-Szene kommt: Der Vater zwingt sich, seinen Sohn zu opfern, um Pandora vor einem Missbrauch der Synthese aus Menschen- und Pandorawelt zu retten, die in seinem Sohn auf wunderbare Weise stattgefunden hat. Aber die Liebe hält ihn schließlich davon ab, und er vertraut sich der Hoffnung an, eine andere Lösung für seine Familie und den Erhalt des Lebens auf Pandora zu finden. Was im Ende auch gelingt: Eywa – das Leben auf Pandora – ist nicht nur miteinander als „Netz des Lebens“ (Alexander von Humboldt) verbunden, sondern wird sich durch Eywa’s Manifestation in Kiri auch seiner selbst bewußt und handlungsfähig. Der Spott der Feuer-Zauberin Varang (vgl. „Exxon Mobil“, „Chevron“ und der US-amerikanische industriell-militärische Komplex) über die  bisher  anscheinend macht- und wirkungslose „Eywa“ (vgl. Biosphäre) angesichts der Vernichtungs-Macht von Feuer und Gewalt (vgl. Fossil- und Militärindustrie) verstummt im Angesicht von Eywa’s Erwachen in Kiri. Und kaum kann Eywa handeln und eingreifen, greift auch sie – wer hätte es gedacht? – ebenfalls zum ultima ratio des Action-Kinos: Gewalt. Da ist sie wieder. Dieses Mal in Form entfesselter Naturgewalt im sprichwörtlichen Sinne. Kiri wird zur inkarnierten telepathischen Rachegöttin der Erdmutter und hetzt der invasiven Menschenart Pandora’s komplette Fauna und Flora zähnefletschend, würgend und Menschenstahl-zertrümmernd an den Hals – inklusive der friedliebenden, matriarchal geführten Tulkune. Was ist die Botschaft des Films? Gewalt ist eine Lösung? Wahrscheinlich nicht, denn die nächste Welle an „Himmelsmenschen“ wird mit ihren Raumschiffen an den Gestaden Pandora’s anlanden, wie es bereits die europäischen Siedler an Nordamerika’s Küsten wieder und wieder getan haben, und der Kampf könnte sich so ewig, zumindest aber bis Avatar Teil 4 oder 5, weiterziehen. Das wiederum ist ironischerweise die kapitalistische Wiedergeburt der Kapitalismus-Kolonialismus-Kritik „Avatar“: Die Gewalt im Film muß weitergehen, damit der nächste Avatar-Film produziert werden kann, denn ohne Gewalt kein Action-Kino. So wie auf unserem eigenen Planeten die Ausbeutung der Natur bis zu ihrer Ausrottung weitergehen muß, denn ohne Ausbeutung der Natur, gibt es nach unserem Verständnis bisher keine menschliche Zivilisation. Dass das ein Glaubenssatz ist, den man überwinden kann, zeigt uns Cameron weniger in der fortwährend gewalttätigen Handlung des Films (bis hin zur schwer ertragbaren Militarisierung von Kernfamilie, wenn der Sohn seinen Vater als Befehlsempfänger mit „Sir“ anreden muss), die sich immer gleich wiederholend in einer immer spektakuläreren Gewaltspirale hoch- und weiter-schraubt, sondern eher in den Allegorien, die er im world building und production design von Pandora kreiert hat. Neben der spektakulären Gewalt kann Hollywood eben auch spektakulär komplexe und kreative Gedanken(-Gebäude) visualisieren, und darin liegt vielleicht die wahre Botschaft des Films. Mit vielen Allegorien und visuellen Metaphern macht Cameron in seinem visual design von „Avatar“ deutlich, um was es ihm im Kern geht: Das verlorene Band des Menschen zur Natur, seine Verbindung zum Netz (Alexander von Humboldt) und Baum (Charles Darwin) des Lebens, wird in „Avatar“ sichtbar durch das Tswin (Netz des Lebens) oder Eywa (Baum des Lebens) und der gesamten Biosphäre von Pandora.

Die Frage, die Cameron uns stellt, ist: Was sollen wir Zivilisations-Menschen als Kinobesucher von „Avatar“ also tun, wenn wir a posteriori die Kinos nach unserer Leinwand-Erkenntnis und Miley Cyrus’ Titelsong im Abspann verlassen? Wenn wir wieder wie aus der Büchse der Pandora in unsere eigene Welt entlassen werden, wohlwissend über unser „Crime of the Century“, die Zerstörung der Natur durch unsere Lebensweise? Was sollen wir tun, wenn wir das „I see you“ bei unserer eigenen „Erdmutter“ zulassen würden, wenn wir den Geist von Eywa in unseren Mitmenschen, Mit-Tieren und Mit-Pflanzen entdeckten? Wenn wir sehenden Auges – nun da wir andere Welten geschaut haben – erkennen, daß nicht nur Popcorn für uns aus der Maschine im Foyer quillt, sondern uns auch ein Netz des Lebens nährend umgibt und fein gesponnen beschützt? Dass wir die Maisfelder für’s Popcorn im Foyer falsch bewirtschaften? Sollen wir uns nur darüber erschrecken, dass wir als Erdenmenschen von unserer geistigen Himmelswelt hinab über die Natur der Erde hergefallen sind, um sie nach unseren geistigen Vorstellungen und unserem gewaltigem Willen („Macht euch die Erde untertan!“) zu gestalten und dabei vor unseren eigenen Augen zu zerstören?

Wenn wir „als Eins träumen“ von hoch oben aus in der „Zitadelle des Geistes“ (Charles Darwin) und unseren Himmel schauen, sehen wir dann unsere eigene Asche herunterschneien?

Sollen auch wir im Angesicht von fast vollständig vollzogener Naturzerstörung durch unsere kapitalistisch-konsumistisch-koloniale Lebensweise zur Gewalt greifen? Gegen uns selbst? Sollen wir uns auf die verlorene Verbindung, das Band zur Natur besinnen, das wir erst aus Angst vor der Natur, dann aus vermeintlicher Allmacht über sie durchtrennt haben?

Was sollen wir nur tun? Noch fünf Jahre. Gemeinsam träumen? Ja! Bitte! „Even through the ashes in the sky.“

Denn, wenn uns Hollywood etwas erzählt, dann das: Another world is possible! „Eywa“ hat hier auf der Erde seit 3.8 Milliarden Jahren einen durchgehenden Lebensfaden durch Berge und Täler, aufgebauschte Himmel und lang vergangene Höllen geflochten. Wir sind ihr schönster Haarkranz und Geistestanz. Wir sind nicht die Büchse der Pandora.

Wir Menschen sind die Schönheit des Universums, wir sind nicht seine Vergewaltiger.

Das ist nicht, wofür wir hier sind, das ist nicht unser Job.

Never has been.

Platon hatte eine „Akademie“ gegründet , damit wir uns daran erinnern, was unser Job ist, Cameron hat „Avatar“ gedreht. Seit Platon hängen wir bequem und geschützt im Netz des Lebens wie in einer Hängematte unterm Baum des Lebens und hatten bisher alle Zeit der Welt zum Philosophieren. Wir haben es uns in Platons Höhle gemütlich gemacht und den Schatten an der Wand zugeschaut – jetzt, in Zeiten von Cameron‘s virtueller Camera haben wir diese 2000 Jahre plus nicht mehr. 

Erinnern wir uns an unseren Job!

Gemeinsam.

“Even through the flames. Even through the ashes in the sky.”

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Change! made by media

Verleihung des NRW-MEDIENPREIS FÜR ENTWICKLUNGSPOLITISCHES ENGAGEMENT 2025 im Filmpalast Köln am 15.10.2025.

Preisträger:innen und Laudator:innen bei der Verleihung des NRW Medienpreis für entwicklungspolitisches Engagement 2025 am 15.10.2025 im Kino 7 des Filmpalasts in Köln.

Ich war diese Woche im Rahmen des Cologne Film Festivals auf der Preisverleihung des NRW Medienpreis für entwicklungspolitisches Engagement eingeladen.

  • 1. Platz: “Besser jetzt als Peter“, Social-Media-Kampagne von Greenpeace e.V. gegen Tiefsee-Bergbau.
  • 2. Platz: “Ready to Recycle“, KI-generierte Social-Media-Kampagne von MBRC the Ocean gGmbH für Sammlung und Recycling von Plastikmüll an Küsten.
  • 3. Platz: “Road to Freedom – Auf den Spuren der Befreiung“, Historytelling zur Route der US-Armee von den D-Day-Stränden bis nach Mitteldeutschland, produziert von Capa-Haus Leipzig x Leon Ziegler x Roofless Cat

Die zehn Finalisten und drei Gewinner zeigten mit ihren Social-Media-Kampagnen und -Produktionen, dass mediale Emotionen eine emotionale Macht für das Gute und Wichtige in Gesellschaft und Umwelt entfalten können. Und vom berührt sein gelingt uns dann vielleicht der Schritt, selbst etwas in der Welt zu berühren und ins Handeln für Andere, für die Welt – und damit wiederum für uns selbst zu kommen. Das wird möglich, wenn wir einander die Hand reichen. Katharina van Bronswijk von Psychologists For Future brachte das in ihrer Keynote für den Abend auf den Punkt, von dem das Miteinander, das die Große Transformation so dringend als Kick-Starter braucht, ausgehen kann: Das rationale Verständnis von Fakten („Was ist los in der Welt?“) ist genauso wichtig wie das emotionale Verständnis für Einander („Wie geht es uns in der Welt?“). Eine Hand reichen reicht als Anfang!

Vielen Dank für die interessanten und schönen Gespräche auf der After-Party!

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No need to run and hide!

Music Monks performing live on stage at Castle Lemberg on Friday, September, 5th., 2025.: “Naja, eigentlich liegt’s dann an denen halt!”

Music cuts a communication channel straight through your body & mind, laying an access directly to the subcutis of your soul. Through this straight & basal communication link music pours itself directly into your inner world and experience, stiring up powerful emotions. Your emotions.You don’t have to understand the communication that music pours into the cut. You feel it. And thus you understand it. You understand it in your world, you unterstand it in you.

takomat – the understanding interface ; (c) takomat GmbH 2004 – 2025

For years I have sought to create such a direct communication link for scientific communication. To carry on Carl Sagan after he was gone (even if we still have Neil deGrasse Tyson around), make Contact with others (even if they are not “ready to go!”), to save the world for everyone (even if it’s the game for real). We fused emotional storytelling and scientific simulation in video games to let people get in interaction with scientific/systemic knowledge by letting them touch a virtual world and maybe even letting them being touched by a virtual world – a virtual world that could be possibly yours (think of ownership in Minecraft). Maybe that was the error: We created worlds for you instead of letting “it” directly rain onto the soul-soil of your world. Maybe simulation is not the solution to save the real world. Maybe it’s music. Music gives me soul-shivers – simulation does not. No one wants to read Simulacra & Simulation by Jean Baudrillard, but everyone has seen Matrix.

No need to run and hide – it’s a wonderful, wonderful life.

No need to lie and cry – it’s a wonderful, wonderful life.

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MiniCity Karlsruhe

Gemeinsam mit vielen Akteuren der Stadt veranstalten wir am 14. und 15. März 2025 die 2. Karlsruher Hack-Days im Rahmen des internationalen Open-Data-Day 2025.

Wir – die Hochschule Karlsruhe – laden Studierende und Bürger:innen zum Open-Data-Projekt MiniCity Karlsruhe ein, um gemeinsam eine real-daten-basierte “Comic-Version” der Stadt Karlsruhe als digitalen Zwilling in einer Compuerspielewelt nachzubauen. Dieser digitale Zwilling der Stadt Karlsruhe soll zur digitalen Bürgerbeteiligung und zum interaktiven Teilhabe-Tool ausgebaut werden.

Open-Data-Projekt “MiniCity Karlsruhe” als Workshop auf den 2. Karlsruher Hack-Days

Letztes Jahr wurde beim OpenDataDay 2024 in einem Initial-Workshop angefangen, eine verkleinerte “Comic-Version” von Karlsruhe – basierend auf den echten Daten der Stadt – in der Game Engine Roblox nachzubauen. Durch real-daten-basierte Wissens- und Daten-Visualisierung soll das Multiplayer-Game MiniCity Karlsruhe zukünftig seinen Bürger:innen die Frage “Wie geht es meiner Stadt?” beantworten. Mit Hilfe von System Dynamics Simulation soll im Game aber auch die Zukunft der Stadt und ihre notwendige Transformation exemplarisch modelliert und durchgespielt werden. Somit wird auch die Frage “Was wird aus meiner Stadt?” für Bürger:innen anschaulich und erfahrbar beantwortet werden.

MiniCity Karlsruhe findet im Rahmen des Serious-Game-Projekts “t minus ten” ( t-10 ) an der Hochschule Karlsruhe statt, ein Langzeit-Projekt, das seit 2020 Semester-Generationen-übergreifend ein Serious Game entwickelt, um damit sprichwörtlich die echte Welt zu retten. Dabei stellten sich die Studierenden den vier großen gesellschaftlichen, wissenschaftlich-technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, die wir in der Realität in der entscheidenden Dekade (2020-2030) bewältigen müssen, um die echte Welt tatsächlich zu retten: Food, Energy, Housing, Mobility. Diese Herausforderungen der echten Welt werden in einem Serious Game modelliert, um dort Lösungen für die echte Welt zu erspielen.

Video der Abschluss-Präsentation “MiniCity Karlsruhe” vom letzten Open-Data-Day 2024:

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Umzug in die Zukunft!

Am 17. August 2024 zogen wir – 500+ Bürgerinnen und Bürger der Stadt Karlsruhe, groß und klein, jung und alt, aus Bürgerinitiativen und -vereinen, Familien, den Wissenschaften, lokalen Organisationen, privaten Unternehmungen und Unternehmen – zusammen in die Zukunft um. Denn die Zukunft machen wir! Und wir machen sie jetzt! Und wir nehmen das Beste mit in die Zukunft! Und wir machen sie am Besten gemeinsam! Und wir machen das Beste daraus! Wer, wenn nicht wir? Wir machen das!

Auftakt zur “Zukunftsweltstadt Karlsruhe”: Die Karlsruhe Bürgerinnen & Bürger ziehen gemeinsam in die Zukunft ihrer Stadt um!

Weitere Informationen zur “Zukunftsweltstadt Karlsruhe” gibt es hier.

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Umzug in die Zukunft – Countdown läuft

Die Vorbereitungen für den Umzug in die Zukunft laufen. Am Wochenende wurde beim Zirkus Maccaroni vor den Toren der Stadt schon fleißig gebastelt und gepinselt! Seid am Samstag, den 17.08.2024 mit dabei – Alle sind zum Mitmachen eingeladen!

Der Countdown zum Umzug in die Zukunft in Karlsruhe läuft!

Webseite von “Umzug in die Zukunft”

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BREEZE!

Seit 2021 entwickeln nach einer Idee und unter der Leitung von Architektur-Professor Bernhard Lenz ein Team um Michael Kauffeld, Professor für Kältetechnik, Pascal Rittlinger, Jonas Schweikert, Louis Wilson, Tobias Nitschke, Thierry Braun, Timm Gonser und mir das Projekt „BREEZE“ an der Hochschule Karlsruhe (gefördert von der Stiftung Baden-Württemberg). In diesem experimentellen F&E-Projekt, werden interaktive Verdunstungs-Säulen für den Stadtraum entwickelt.
“Breeze” ist eine Kühltechnologie, mit der wir den Stadtraum im Klimawandel lebenswert halten wollen, wenn natürliche Mittel wie z.B. Bäume keine Option sind. Das gilt vor allem in Karlsruhe als der zweitwärmsten Stadt Deutschlands. „BREEZE“ dient zur Anpassung an die sommerlichen und winterlichen Herausforderungen des Klimawandels in hoch verdichteten urbanen Räumen und unterstützt durch Interaktion mit den Bürgerinnen und Bürgern ein öffentliches Problembewusstsein für den Klimawandel und ein Handeln, dem Klimawandel entgegenzutreten.

Wir freuen uns sehr, am Freitag, den 26.07.2024 den BREEZE-Forschungs-Prototypen in einer Eröffnungs-Präsentation der Öffentlichkeit und Presse vorzustellen. Auf dem Friedrichsplatz gegenüber des Naturkundemuseums wird BREEZE um 11.30 Uhr in Aktion gehen – alle Bürgerinnen & Bürger sind herzlich eingeladen!

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Umzug in die Zukunft!

Auf dem Karlsruher Open-Air-Festival „Das Fest“ bereiten Besucher:innen am Samstag, den 20. Juli 2024 am Stand des Vereins Wandelwirken e.V. und des Karlsruher Transformationszentrum des KIT den „Umzug in die Zukunft“ für Karlsruhe am 17. August 2024 vor.

Alle Karlsruher Bürger:innen, groß, klein, jung & alt sind zum bunten Mitmachen eingeladen. Wer Lust auf einen laut-fröhlichen Umzug in eine gute Zukunft und mit besten Wünschen für seine Stadt hat, kommt am 17. August 2024 um 16.00 Uhr zum Festplatz – von dort aus geht es dann weiter bis zum Karlsruher Schloss!


Vorbereitungen am 20. Juli 2024 auf dem Karlsruher Festival “Das Fest” zum Umzug in die Zukunft

Weitere Informationen unter: Umzug in die Zukunft!

Viele Vereine, Unternehmen, Organisationen und Bürgerbeteiligungen der Karlsruher Stadtgesellschaft sind gemeinsam mit den Wissenschaften (auch meine Hochschule, die HKA, ist mit dabei) Mitwirkende und Veranstalter:

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Fridays For Future Berlin

Fridays For Future – Demo in Berlin, Unter den Linden, 31.05.2024

Worin wir unsere Zukunft sehen? – Am 09.06. wählen gehen!

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Futura Furiosa

„Furiosa: A Mad Max Saga“ by George Miller, 2024 ; (c) 2024 Warner Bros. Pictures
„Rain, Steam and Speed – The Great Western Railway“ by William Turner, 1844 ; Wikipedia

Last night I watched „Furiosa: A Mad Max Saga“ – and I was overwhelmed (…until now I haven’t seen George Miller‘s latest part of the Mad-Max-Series, „Fury Road“).

Today, I read James Harvey’s movie review about „Furiosa“. He says: „The series’ true strength has always been Miller’s ability to hew a narrative out of this apparent chaos, and like Fury Road before it, Furiosa drips confidence at every turn of the wheel.“ – and he is absolutely right! Sitting in the dark of the cinema and watching this blaze of desert colours, fossil cars and hopeless carnage, I could physically feel that effect of cinema that Walter Benjamin had described hundred years ago: Movies are the „training camps for modern life“. According to Benjamin, movies – as a then new medium – prepared people and trained their perception for the speed, complexity, chaos and content of life in modern times that were setting in at that time during the roaring twenties. In this spirit, „Furiosa“ trains and prepares us – living in the Twenties 100 years later – for our new lives in new times that could possibly set in. „Furiosa“ acts as a training camp for a future that is quite nearer now as a plausible scenario (now legitimised by scientific evidence of climate crisis) than it had been when the first Mad Max movie was released in 1979.

As James Harvey states in his movie review, George Miller “hew[s] a narrative out of this apparent chaos” (Harvey, 2024) – and boy, he really does! He does this so good and on so many levels and with such convincing visual storytelling and beat by beat, that even the cruelest action scene lets bloom poetic metaphors: the star map of hope, engraved in the human flesh will be literally fleshly erasured by machine contact causing physical pain that psychologically erases hope by the birth of hate. I have seldom seen an action movie in which almost every action was so meaningful on so many levels.

In post-apocalyptic, dystopian narratives like „Furiosa“ we keep on telling ourselves the same story of our western 20th.-century-civilisation and its inescapable development and ending over and over again: There is GASTOWN, there is BULLET FARM, there is the CITADEL and there are the productive and destructive/toxic relations between them. Miller’s desert-world becomes the minimap of our global industrial civilization, his Saga condenses the architectural pattern of our 20th.-century-civilisation to its geopolitical, socioeconomic and climatic (mad) MAX. Miller’s controlling idea of his story is the architectural pattern of our 20th.-century-civilisation: The unnatural rush for abundance pushed by power and progress will lead to scarcity, shortage and “half lives” in the end. And we people of the modern age, in the dark of the cinema hall recognise this core of truth about our modern lives, the foundation of our existence and our looming future as 20th.-century-boys‘n‘girls who just did not manage or care to become sustainable 21st.-century-boys‘n‘girls.

Game Concept “Energy on Earth”, 2012 ; (c) takomat GmbH 2012

Leaving the cinema after watching those post-apocalyptic people in „Furiosa“ you cannot but start to think over the scenario laid out in the movie. And you realize that you can‘t escape this architectural pattern which is hard-wired in our modern minds: Of course you would need cars, guns and technical progress in such a hostile world to survive! That’s why so often walking or running by foot in the movie is compared with and outgunned by driving with a machine. Of course they sacrifice mothermilk, vegetables and blood for a well-buttered and fully-fueled V8-engine! Of course they religiously worship it, because it is mighty and it gives powerful advantages! How would another world even be possible?! At least Furiosa sows a hint at the end of the movie after Garden Eden had been left behind at the beginning…

When Turner’s painting “Rain, steam and speed” can be seen as the opening vernissage for the dawn of modern age and industrial civilisation with all of its hope and confidence, then Miller’s cinematic painting “Heat, smoke and fury” exactly 180 years later acts as the finissage for the dusk of modern age and industrial civilisation with all of its looming destruction and despair.